Vis-à-vis - Eucharistische Anbetung in unserer Gemeinde

Viele kennen das Gefühl, wenn der Alltag zu voll wird und das Leben mit einem hohen Tempo vorbeirauscht. Es wächst die Sehnsucht danach, zur Ruhe zu kommen, sich zurückzuziehen und eine Auszeit zu nehmen. Aktuelle Trends wie „Achtsamkeit“ spiegeln das Thema in der Gesellschaft wieder. Wie wäre es, wenn wir ab und zu „bei meinem Freund, der mich liebt“ verweilen, wie die heilige Teresa von Avila das Beten umschrieben hat?

Es ist Zeit, in unserer heutigen Welt die wahren Prioritäten wiederzufinden, und Gott wieder in die Mitte unserer Sorgen und Bemühungen zu stellen, die Stelle, die ihm gebührt. Dazu müssen wir aber zunächst unseren Sinn für Gott wiederfinden. Gott können wir besonders in Stille nahekommen, in einer stillen Begegnung der Anbetung, in der demütigen Annahme unserer Grenzen vor dem Allmächtigen. Die Stille zeigt uns den Weg zurück zu Gott.

Der hl. Johannes vom Kreuz hat gesagt: „Die erste Sprache Gottes ist die Stille.“ Die Form der eucharistischen Anbetung bietet auf eine besondere Weise Gelegenheit, in Stille Zeit mit dem Herrn zu verbringen. Bischof Heiner Wilmer schreibt, die eucharistische Anbetung ist „wesentlich, wenn wir vor dem immer Größeren still werden. Kontemplative Anbetung ist die einzige Medizin gegen die Anbetung des Ego. Dieses kleine Stückchen Brot der Eucharistie ist das Gegenmittel gegen die Anbetung des sich aufblähenden Ich. Wer sich aufbläht, hebt sich empor und verliert die Bodenhaftung. Er hebt ab. Mit anderen Worten: die eucharistische Kontemplation holt mich auf den Boden zurück. Anbetung erdet!”

Jeden Donnerstag in der Zeit von 19h bis 20h setzen wir das Allerheiligste in unserer Kirche aus. Sie sind eingeladen, anzubeten und Ihre Bitten für sich selbst, Ihre Familien, unsere Gemeinden, die Kirche und die ganze Welt vor Gott zu tragen, oder einfach in Stille vor dem Herrn zu verweilen. Neben kurzen Psalmen, Gebeten oder Liedern wird die Stunde von Stille geprägt sein. Kommen Sie, wann Sie wollen, und bleiben Sie, solange Sie wollen!

Melanie Kilian und Heribert Vollmer